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Sommerempfang der Landessuperintendentin widmet sich der Islamischen Theologie im deutschen Kontext

Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann lädt am 21.6.2010 um 16.00 Uhr Menschen aus Politik, Kirche und Gesellschaft zum Johannisempfang des Evangelisch-lutherischen Sprengels Hannover in die Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis, Rote Reihe 8, Hannover ein. „Islam und Reform – Möglichkeiten, Grenzen, Erwartungen“ ist das Thema des Vortrages von Prof. Dr. Ömer Özsoy, Direktor des Institutes für Studien der Kultur und Religion des Islams an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Die Fragen nach der Zukunft des Islams in Deutschland sowie das Miteinander der Kulturen und Religionen wird aus Sicht eines der ganz wenigen renommierten islamischen Theologen in Deutschland erörtert.
Grußworte sprechen Gabriele Erpenbeck, Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration sowie Dr. Ali Ihsan Ünlü, Generalsekretär des Dachverbandes Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB).
Hintergrund für die Themenwahl sind die Empfehlungen des Wissenschaftsrats in seinem jüngsten Gutachten, Islamische Theologie (das Gutachten sagt vorsichtiger: Islamische Studien) an deutschen Universitäten zu etablieren. Damit soll praktisch eine wissenschaftlich fundierte auskunfts- und dialogfähige Ausbildung z.B. von muslimischen ReligionslehrerInnen, in Zukunft vielleicht auch muslimischen Theologen (Imame), gewährleistet werden.
So etwas gibt es in muslimischen Ländern kaum. In Deutschland nur in Osnabrück und in Frankfurt. Frankfurt hat die Besonderheit, dass es eine Stiftungsprofessur des türkischen Staates hat, der damit die kritische Tradition der Universität Ankara stärkt. Prof. Özsoy stammt von der Universität Ankara und steht für eine kritische islamische Theologie aus den Wurzeln des Islam.
„Wir als Kirche können die Entwicklung einer solchen kontextuellen islamischen Theologie nur befürworten. Sie trägt dazu bei, den Islam aus Hinterhofmoscheen herauszuholen und dialogfähig zu machen“, beschreibt Landesuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann die Bedeutung des Themas Ihres Empfangs. „Sie fordert uns als Kirche heraus, weil der Islam so in anderer Weise auf Augenhöhe Dialogpartner ist. Sie wählt innerislamisch einen nicht ganz einfachen Weg zwischen unkritischen, leicht anderweitig beeinflussbaren Positionen und einem in diesem Land auch vorhandenen säkularisierten Islam.“
Im Anschluss an die Grußworte und dem Vortrag ist ausreichend Zeit für Begegnung im Leibnizsaal. Musikalisch gestaltet wird der Empfang von Junko Miki, Queerflöte und Florian Himpel, Klarinette.
Der Johannis-Sommerempfang des Sprengels Hannover findet regelmäßig am oder um den Johannistag (24. Juni) in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis statt. |
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