So feierlich die Einführung, so emotional der Empfang: Superintendent Dirk Jäger ist am Sonntag von Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen in einem Festgottesdienst in sein Amt eingeführt worden. Viele Grußreden der Hittfelder Vertreter mit einem herzlichen „Willkommen“ wechselten sich mit wehmütigen Abschiedsreden der angereisten Freunde und Pastoren seiner vorigen Gemeinde beim anschließenden Empfang ab.
„Suchet mich, so werdet ihr leben“: Mit dem Losungswort des Tages stellte Landessuperintendent Jantzen Pastor Dirk Jäger in der vollbesetzten Hittfelder St. Mauritius-Kirche vor: „Das passt zu Ihnen, sie sind ein Gottessucher im besten Sinne des Wortes: Sie suchen Gott da, wo er ist, mitten im Leben, da wo die Menschen sind“, sagte Jantzen. Mit viel Herz und Engagement habe Jäger in seiner vorigen Gemeinde Duingen und Coppengrave die Kinder und Familienarbeit intensiviert, neue Gottesdienstformen „Ist anders – tut gut“ entwickelt, erlebnisorientierten Konfirmandenunterricht gestaltet und so auch der Kirche fernstehende Menschen für die Suche nach Gott gewinnen können.
„Papa, wie lange dauert es noch – wer Kinder hat, kennt diese Frage bei längeren Autofahrten“, begann Superintendent Dirk Jäger seine Predigt nach der feierlichen Einführung. Er übertrug diese kindliche Frage auf das Warten der Christen auf Gottes Reich und auf Gerechtigkeit und Friede, die indes niemand beantworten könne. Gleichwohl habe er in der kurzen Zeit in Hittfeld bereits eine große Fülle der Wahrnehmbarkeit Gottes gespürt. „Sicher gibt es einen Wunschhorizont zu Mitgliederzahlen und sicher ist der Abschied von manchen Standards schmerzhaft, aber viele Untergangsszenarien für unsere Kirche sind überzogen“, sagte Jäger. Etwa 70 000 Mitglieder im Kirchenkreis Hittfeld seien eine solide Basis: „Wenn sich nach 2 000 Jahren Menschen auf vielfältige Weise mit Freude und Engagement auf die Spur Jesu Christi begeben, muss die Kirche doch eine großartige Sache sein“, sagte Jäger.
Willkommens-Grüße der örtlichen Vertreter aus Politik und Kirche standen wehmütigen Abschiedsgrüßen der aus seiner vorigen Gemeinde angereisten Pastoren und Freunde gegenüber: „Sie haben uns einen unserer besten Pastoren genommen, Dirk Jäger stand für ein unbedingtes Einstehen für den christlichen Glauben, für eine Offenheit gegenüber allen Menschen, die ihm begegnet sind, für ein hohes Maß an Verlässlichkeit. Er hat junge Familien für Kirche begeistert und war stets ein engagierter, besonnener Wegbegleiter“, sagte Bernd Leonhard, Vorsitzender des Kirchenkreistages Alfeld. „Wir haben Dich am 17. August aus Deinem Amt verabschiedet, nicht aber aus unseren Herzen“, sagte eine Vertreterin der Duinger Gemeinde.
„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen: Sie sind ein Mann der Tat, ein Teamplayer für die Hittfelder Pastorengemeinschaft und eine Führungskraft für den Kirchenkreis mit seinen 18 Kirchengemeinden“, sagte Karl-Heinz Röndahl vom Hittfelder Kirchenvorstand. Und Klaus-Dieter Feindt, Vorsitzender des Kirchenkreistages Hittfeld ergänzte: „Wir haben den richtigen Kandidaten gewählt und sichern Ihnen unsere tatkräftige Unterstützung zu.“
Seevetals Bürgermeister Günter Schwarz (SPD) begrüßte Dirk Jäger, seine Frau Tanja Schäfer und die Kinder Birte und Niklas als Neu-Hittfelder und zitierte Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne - möge der Zauber sich auf Ihre Amtszeit und Zukunft ausdehnen“, sagte Schwarz. Auch der Bürgermeister der Samtgemeinde Duingen war angereist: „Du hast soviel für die Menschen bewegt, sie für Kirche begeistert - sollte es Dir in Hittfeld nicht gefallen, hast Du ein Rückkehrvisum“, scherzte Bürgermeister Wolfgang Schulz. Das nahm Seevetals Bürgermeister Schwarz sofort auf und sagte: „Was nützt ihm das Rückkehrvisum, wenn er von uns kein Ausreisevisum erhält?“, sagte Schwarz.
Jäger dankte den Rednern: „Es tut gut, dass ich von so vielen Menschen mit guten Wünschen begleitet werde und ich freue mich, dass sich Menschen aus Duingen und Coppengrave vergewissern, dass ich hier ordentlich behandelt werde“, sagte Jäger. Sein Dank indes galt seiner Familie: „Ich habe Euch viel zugemutet, als ich mich beworben habe. Danke, dass Ihr Euch mit meiner neuen Perspektive angefreundet habt“, sagte er zu seiner Frau Tanja und den Kindern Niklas und Birte.
Carolin Wöhling
Kirchenkreis Hittfeld