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Auch eine Art Erntedank Wort zum Sonntag, 1. Oktober 2011

Morgen, am Erntedankfest, sitzen sie schon wieder im Flugzeug: Zwei Frauen und vier Männer von der Bibelschule Baboua haben drei Wochen lang den Kirchenkreis Grafschaft Diepholz besucht und kehren jetzt in die Zentralafrikanische Republik zurück.
Arbeit auf dem Feld, Säen und Ernten – das kennen unsere Besucherinnen und Besucher. Fast jede Familie in Zentralafrika hat und bearbeitet ein Feld. Kein Wunder also, dass unsere Gäste sich sehr dafür interessiert haben, wie Landwirtschaft hier in Deutschland funktioniert. Sie haben Bauernhöfe besucht. Sie haben gestaunt über die großen Maschinen – in Zentralafrika ist Feldarbeit Handarbeit. Sie haben sich gewundert über die vielen Maisfelder – und waren schockiert, als sie erfahren haben, dass ein Großteil der Ernte nicht dazu dient, Menschen oder Tiere zu ernähren.
Arbeit auf dem Feld, Säen und Ernten – das ist auch ein Bild für die Partnerschaft zwischen der Bibelschule und dem Kirchenkreis. Ende der 90er Jahre haben Menschen hier und dort die erste Saat für das Pflänzchen gelegt, das „Partnerschaft“ heißt. Seitdem braucht es Pflege, muss gedüngt, gewässert und gehackt werden, damit es wachsen kann. Und wie alle Pflanzen wächst es nicht schneller, wenn man daran zieht.
Wir haben viel geerntet in diesen drei Wochen: Gottesdienste mit deutschen und zentralafrikanischen Liedern; gemeinsame Gebete und gemeinsames Lesen in der Bibel; Fragen und Gespräche; gemeinsames Feiern und Essen. Wir haben aber auch viel gearbeitet in diesen drei Wochen damit die Partnerschaft weiterhin gedeihen und Früchte tragen kann: Geplant, diskutiert, überlegt, nachgefragt.
Unsere zentralafrikanischen Geschwioster kehren beschenkt und bereichert in ihre Heimat zurück, so sagen sie. Beschenkt und bereichert sind auch wir, die diese drei Wochen mit ihnen geteilt haben. Viele Menschen hier und dort haben viel Arbeit, Liebe, Zeit und Geld investiert, damit wir drei Wochen lang die Früchte der Partnerschaft ernten und ihr die nötige Pflege geben können. Dafür gebühren ihnen Dank und Anerkennung. Aber was für die Früchte auf dem Feld und im Garten gilt, gilt auch für die Früchte unserer Partnerschaft – mit den Worten von Matthias Claudius: „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!“
von Michael Steinmeyer, Pastor in Wagenfeld |
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