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Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig! Wort zum Sonntag, 21. Januar 2012

 1) Ein Schriftwort wird in diesem Jahr uns Christen besonders anvertraut in der sogenannten „Jahreslosung“. Es entstammt dem 2. Korintherbrief: Doch der Herr hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.« 2. Korinther 12,9
Wir meiden ja instinktiv schon jegliche Vorstellung von Schwachheit und fürchten uns, sie erfahren zu müssen. Doch dieses Wort redet noch mehr von einer Kraft, die nicht unsere eigene ist, sondern gegeben werden soll – und ihre Wirkung kommt auf unvorstellbare Weise zum Tragen im Gefäß der Schwachheit.
2) Wohl zu merken – dies ist kein theoretisches Wort, von Paulus erdacht, bloß vorgedacht. Er hört dieses Wort aus dem Gespräch mit dem Herrn - empfängt es in der Hoffnung und verwirklicht es in seinem Leben, in seiner Situation. Es ist also nicht wie bei einer Tütensuppe, der halt nur warmes Wasser zugegeben werden muss.
Paulus empfing dieses Wort aus einem „Klagegespräch“ über das, was er erfährt und zu tragen hat. Wenn es auch keine letzte Sicherheit gibt, so finden die Forscher doch Anhaltspunkte dafür, dass Paulus sowohl Stotterer war wie auch Epileptiker. Geheilt wurde er offensichtlich nicht – die angebotene Alternative ist im Wort!
3) Seitdem dieses Wort allen gilt – heißt: all jenen, die das Schwachsein erleiden, das ihnen zugemutet wird oder das sie erdulden müssen, aber genauso so auch den augenscheinlich Starken.
Weil dieses Wort wegen seiner Herausforderung vielleicht nicht sofort bei uns landen kann, werden wir entweder bewegt werden müssen, um das Wagnis einzugehen, daran zu glauben oder um nach Beispielen zu suchen, die uns darin vergewissern.
Es gilt auch den Starken – damit sie nüchtern werden und erkennen, dass ihre Stärken und Stärken keinesfalls „selbst gemacht“ sind.
Werden sie als eine Art Besitz oder Eigentum betrachtet kann jemand schnell erleben müssen, dass diese „Stärke“ – in welcher Form auch immer – durchaus „gestohlen“ werden kann.
4) Egal wie wir dieses Wort in unserem Leben erfahren werden, entscheidend ist, im Gespräch zu bleiben mit IHM – wie Paulus.
Ein sehr brauchbares Wort dazu las ich in einer Weihnachtspredigt im vergangenen Jahr. Ich gebe es hier weiter:
„Die Glaubenskrise ist eine Freundschaftskrise. Wir sind zu Menschen geworden, die nicht mehr oder zu wenig mit Gott sprechen. Wir sind zu Menschen geworden, die nicht mehr oder zu wenig Gottes Stimme erhorchen im Lärm dieser Zeit. Wenn wir Gott wieder als liebenden Vater erkennen. Wenn wir Jesus wieder als unseren Freund erfahren. dann verändern auch wir uns. Und dann verändert sich durch uns die Welt. Neu Gottes Nähe zu suchen, dazu lädt uns Weihnachten ein. Neu das Schweigen lernen, damit wir Gottes Stimme hören. Neu den Herzschlag Gottes erspüren… Neu Jesus Nähe zu suchen…“
Peter Göhlich, Pfarrer Kath. Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung Sulingen |
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