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Jubel – Gewinn – for ever ? Wort zum Sonntag, 28. April 2012

 Der Name unseres Sonntags fordert uns auf zum Jubel, Jubel wie ihn wohl Borussia Dortmund und seine Anhänger am vergangenen Wochenende erlebten. Im Meisterrausch war der ganze Alltag verschwunden.
Und im richtigen Leben? Der Predigttext für Sonntag aus 1.Korinther 4 macht es uns da auch nicht leichter. Da heißt es in Vers 17: „Unser gegenwärtiges Leiden, das leicht wiegt, schafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.“ Mühsal und Leid sind da, werden nicht kleingeredet. Aber es wird etwas dagegen gesetzt: ewige Herrlichkeit, das Leben mit und bei Gott und damit die Gewissheit, das Ziel, den Sinn meines Lebens nicht zu verfehlen.
So weit, so klar. Und in der Welt der Religion des wirtschaftlichen Erfolges? Auch da heißt es zur Zeit „jubelt“. Die Wirtschaft brummt. Vorgänge wie die Insolvenz bei Schlecker, die Tausende von Menschen arbeitslos machte, gehören zur Selbstregelung der Wirtschaft, die sie stark macht, so heißt es jedenfalls aus Wirtschaftskreisen. Klar, die damit verbundenen Schicksale machen betroffen und tun leid. Aber Wirtschaft funktioniert eben so. Und Exportweltmeister sind wir ja nur, weil Bedingungen für die Produktion gut sind. Wen stört es da, dass immer mehr Menschen von einer Vollzeitarbeitsstelle ihre Familie nicht mehr ernähren können? Alles für den ewigen Gewinn.
Stop! Zunehmende Armut als Preis in der einen Waagschale und Wirtschaftswachstum in der anderen? Das ist nicht das Bild des christlichen Glaubens. Der ewige Gewinn ist da das Leben mit Gott hier und jetzt und dann sogar über den Tod hinaus. Das ist die eine Waagschale, die andere ist unser Leben hier und jetzt, und das zu gestalten braucht es auch Regeln im Miteinander. Angesichts des bevorstehenden „Tages der Arbeit“ möchte ich das am Beispiel des Arbeitslebens deutlicher machen: Regeln helfen, Arbeit menschengerecht zu gestalten. Das bedeutet, den Rhythmus des Lebens zu achten und nicht ohne Not die Nacht zum Tag zu machen. Das bedeutet, Arbeitszeiten zu begrenzen und Arbeit so zu organisieren, dass Menschen nicht an ihrem Beruf erkranken, dass ein möglichst mobbingfreies Miteinander erhalten bleibt. Ein gutes Arbeitsklima ist kein Zufall und hat auch etwas mit Zeit haben zu tun. So sollen wir die Regeln im Hier und jetzt gestalten, dass es das Leben und das Miteinander fördert. Den ewigen Gewinn schaffen wir damit nicht. Aber im Hier und Jetzt mehr Freude und Jubel und Miteinander. Den ewigen Gewinn schenkt Gott uns, dann ist ewiger Jubel.
Pastor Norbert Preibusch, Barenburg |
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