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Der Sommer spannt die Segel Wort zum Sonntag am 07.07.2012

So heißt es poetisch in dem Gesangbuchlied mit der Nummer 641. Dieses Lied könnte ich in Gänze jetzt schlicht abschreiben – denn es spricht ganz und gar für sich. Da muss man nichts hineininterpretieren oder mühsam nachdenkend herausarbeiten. Detlef Block hat das Lied „Nun steht in Laub und Blüte“ 1978 auf die Melodie des Liedes „Wie lieblich ist der Maien“ getextet. Zu der Zeit war auch schon sehr im Schwange der Gedanke daran, dass wir Menschen für unsere Welt verantwortlich sind, weil die Welt nicht ewig hält, wenn wir weiter so mit ihr umgehen wie wir das tun. Auf dem Umweltgipfel in Rio sollte das ja auch zum Ausdruck kommen, was im 4. Vers des Liedes angesprochen wird: „Wir wollen gut verwalten, was Gott uns anvertraut, verantwortlich gestalten, was unsre Zukunft baut.“ Ob das, was in Rio heraus gekommen ist, dazu reicht?
„Der Sommer spannt die Segel.“ In dieser Formulierung stecken die Glücksmomente, die einen entspannt im Gras oder am Strand liegen lassen. Man darf die Wolken betrachten und muss nicht noch dies oder das erledigen. Die Schule ist aus, die Arbeit ist getan, von ferne hört man Rollgeräusche von fahrenden Autos, ab und an tschilpt ein Vogel, sanft rascheln Blätter im milden Sommerwind. Entspannung pur. Wenn, ja wenn: das Wetter mitspielt. Sonst ärgert man sich vor sich hin und schimpft, dass dieser Sommer ja gar kein richtiger Sommer ist. Aber ich bin optimistisch und hoffe, das Gesangbuchlied behält Recht: “ Tief unten und hoch oben ist Sommer weit und breit. Wir freuen uns und loben die schöne Jahreszeit.“ Das Erleben der Natur wird eingewoben in den Gedanken, dass wir das alles geschenkt bekommen haben - von Gott. Und mit Geschenken geht man sorgfältig um. Man schaut das Geschenk mit staunenden Augen an und ist erfüllt von Ehrfurcht. Das Ganze gerät einem zum Segen. Segen und Ehrfurcht – altmodische Begriffe, die in der Alltagssprache kaum noch Verwendung finden.
Im Segen steckt die Grundwahrheit, dass wir Menschen uns beschenken lassen dürfen. Nach unserem Glauben sind wir mit dieser vergänglichen Welt beschenkt. Ein schönes Geschenk. Das wir gern besingen und erhalten dürfen. Suchen Sie Ihr Gesangbuch heraus und singen die fünf Liedverse vor sich hin. Denn auch Singen bringt Entspannung. Einen von Gott, unserem himmlischen Vater, gesegneten Sommer wünscht allen Leserinnen und Lesern.
Pastor Konrad Langrehr-Tell, Brockum und Burlage |
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